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Lungentransplantation

 

Winter – Tipps für Asthmatiker und COPD-Patienten

Die Tage sind spürbar kürzer geworden, die Nächte länger. Manchen Menschen macht das Probleme. Während die Allergiker und insbesondere die mit einem allergischen Asthma im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen, da der Pollenflug jahreszeitlich bedingt zum Erliegen gekommen ist, fürchten Patienten mit anderen Lungenerkrankungen die in der feuchten und nass-kalten Jahreszeit häufiger auftretenden Infekte.

Hier werden einige Tipps gegeben, wie man als Asthmatiker oder als COPD-Patient (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) am besten durch diese Zeit kommt.

  • Kalte Luft als solche macht nicht krank!
  1. Für Asthmatiker und Allergiker ist wichtig zu wissen, dass die Hausstaubmilbe auch im Winter sehr aktiv sein kann. Daher wird empfohlen, das Schlafzimmer und am besten die ganze Wohnung einmal am Tag richtig zu lüften. Ab ca. 15° C und tiefer sterben Hausstaubmilben ab.
  2. Die feuchte Jahreszeiten bringt auch Nässe ins Haus. Lüften, Wärmen und feuchte Wandstellen im Haus - auch wegen Ihrer Gesundheit – sofort beseitigen lassen, sind wichtige Allgemeinmaßnahmen. Schimmel im Haus fördert Lungenerkrankungen ! Lieber 1x/Tag die Wohnung lüften als diese mit Befeuchtern oder gar Brunnen künstlich anfeuchten. Pilze lieben warmes Wasser !
  3. Extreme fördern Erkältungen, also häufiges Schwitzen bei zu warmer Kleidung oder Frieren. Gleiches gilt für eine zu warme oder zu kalte Wohnung (am besten ist eine Raumtemperatur zwischen 20°-22°C, etwas weniger im Schlafzimmer).
  4. Ein täglicher Spaziergang oder sportliche Betätigung trainiert das Kreislaufsystem und die Lunge. Regelmäßige Bewegung, auch wenn es kalt draußen ist, und eine ausgewogene Ernährung beugen Krankheiten vor.
  • Viren, Bakterien sind wenig beliebt!
  1. Ältere Menschen (ab 65. Lebensjahr) und Patienten mit chronischen Erkrankungen, wozu auch Asthma, Bronchitis und COPD gehören, sollten sich im Herbst gegen Grippe( Influenza) impfen lassen. Keine Angst vor Impfstoffen und der Injektion. Das Risiko von Impfschäden ist gegenüber dem Nutzen zu vernachlässigen. Nur an der Injektionsstelle könnte es zu einem kleinen Bluterguss kommen. Übrigens: der berühmte H1N1-Virus von Jahresbeginn ist in der aktuellen Grippeimpfung 2010 mit berücksichtigt.
  2. Bricht eine Grippeepidemie aus, worüber die Medien normalweise schnell informieren, und leiden Sie an plötzlich auftretendem Fieber, Husten, Gliederschmerzen, Mattigkeit evtl. auch an Halsschmerzen, dann ist eine Grippeinfektion sehr wahrscheinlich. Mit den Medikamenten Tamiflu (als Tablette) oder Relenza (inhalativ) kann man die Erkrankungsdauer und –schwere deutlich verringern, sofern die genannten Medikamente innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn eingenommen werden.
  3. Pneumokokken sind die häufigsten Bakterien, die eine Lungenentzündung und eine eitrige Bronchitis verursachen können. Es wird eine Impfung angeboten, die 5 Jahre wirksam ist und die insbesondere auch ältere Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen empfohlen wird.
  4. Wenn Sie besonderes infektanfällig sind, sind eine ausgewogene Ernährung (Vitamine), eine „gesunde“ Lebensweise (nicht Rauchen, Spaziergänge wie oben beschrieben) und ggf. das Meiden von Menschenansammlungen oder „schniefende“ Kinder sinnvolle vorbeugende Maßnahmen.
  • Wann muss man den Hausarzt, wann den Spezialisten aufsuchen?
  • Ist darüber hinaus ein Infekt im Anflug, den man durch Fieber, vermehrten mitunter gelblichen oder sogar grünlichen Auswurf, Gliederschmerzen, allgemeines Unwohlsein u.ä. bemerkt, muss der Hausarzt aufgesucht werden. Ist ein Infekt durch Bakterien wahrscheinlich, wird er über ca. eine Woche ein Antibiotikum verordnen.
  1. Sind die o.g. Symptome mit Atemnot verbunden, könnte eine durch den Infekt bedingte Verschlechterung des Asthmas oder der COPD oder vielleicht auch eine Lungenentzündung vorliegen. Eine genaue Diagnostik hilft dem Hausarzt oder dem Spezialisten, die Diagnose einzugrenzen, damit dann eine zielgerichtete Therapie begonnen werden kann.
  • Husten und Auswurf
  1. Neu aufgetretener Husten mit oder ohne Auswurf oder eine Veränderung der Auswurffarbe und der Konsistenz(Weichheit/Festigkeit) des Auswurfs deuten auf einen akuten Infekt in. Ist der Husten trocken, d.h. ohne Auswurf, kann man mit s.g. Hustenblockern versuchen, diesen abzumildern. Aber Vorsicht, Codein-haltige Präparate sollten wegen der bestehenden Suchtgefahr nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden. Kann der Bronchialschleim schlecht abgehustet werden, helfen hustenlösende Medikamente.
  2. Eine akute Bronchitis wird häufig durch Viren verursacht. Da man Virenerkrankungen nur schlecht oder gar nicht behandeln kann, helfen hier nur Allgemeinmaßnahmen, die auf einer Linderung der Beschwerden abzielen.
  • Halsschmerzen
  1. Halsschmerzen können als Symptom einer isolierten, durch Viren oder Bakterien verursachten Infektion auftreten; meist sind sie jedoch Symptom einer allgemeinen durch Viren verursachten Erkältung.
  2. Hals wärmen, z.B. mittels eines Schals.
  3. Desinfizierende Gurgellösungen, Mundsprays oder Lutschtabletten helfen. Manche Lutschpastillen enthalten auch lokal wirksame Schmerzmittel, die den Schmerz lindern, und Antibiotika, die bei einer Infektion mit Viren unsinnig sind.

 

Kommen Sie gut durch den Winter und bleiben Sie gesund!

 

Autor:

Prof. Dr. med. Adrian Gillissen

Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin

Klinikum Kassel

 

 

 

 

 


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