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Lungentransplantation

 

Jede zweite Raucherin muss damit rechnen Lungenkrank zu werden.

 

Frauen, die rauchen, sind noch stärker gefährdet als Männer, an einer chronischobstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erkranken. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) anlässlich des Jahreskongresses der DGP, der vom 7.10.4. in Dresden stattfand. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten immer mehr Frauen an COPD erkranken, wobei sich ihre Anzahl gegenüber den männlichen Patienten sogar verdoppeln wird", erläutert Prof. Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover. „Bisher waren hauptsächlich Männer von COPD betroffen und zwar im Vergleich zu Frauen zehnmal mehr unter den über 80-Jährigen. Da sich die Rauchgewohnheiten verändert haben und immer mehr Frauen rauchen, erkranken mittlerweile unter den 40- bis 49-Jährigen bereits ebenso viele Frauen wie Männer an COPD. Frauen sind nämlich nicht nur empfindlicher für diese Lungenerkrankung, sondern sie werden auch rund zehn Jahre früher chronisch lungenkrank als Männer. Bisher wurde angenommen, man müsse zwanzig bis dreißig Jahre regelmäßig geraucht haben, bevor sich eine chronische Lungenerkrankung wie die COPD entwickelt. Diese Zeitspanne(Latenz) fällt – wie sich mittlerweile abzeichnet bei Frauen aber viel kürzer aus! Im Durchschnitt erkranken derzeit sieben Prozent der über 40-jährigen Raucher – also jeder vierzehnte - an einer COPD. Davon sind allerdings 50 Prozent der Frauengegenüber 30-50 Prozent der Männer betroffen. Das heißt: Jede zweite chronische Raucherin muss grundsätzlich damit rechen, eine unheilbare, chronisch fortschreitende COPD zu bekommen."

 

Husten, der mehr als drei Wochen anhält, ist nicht harmlos!

Anzeichen für eine COPD-Erkrankung sind Husten mit mehr oder weniger Auswurf sowie Atemnot bei körperlicher Anstrengung. „Diese Leitsymptome werden von den Betroffenen meist nicht ernst genommen, vielmehr als harmlose Begleiterscheinungen des Rauchens (‚Raucherhusten abgetan und gerne auch mit einem vorübergehenden oder ')

altersbedingten Fitnessschwund entschuldigt. „Ein Husten, der länger als drei Wochen anhält, kann allerdings nicht harmlos sein und sollte ärztlich abgeklärt werden", betont Welte. „Denn die COPD ist eine schleichende, chronisch fortschreitende Erkrankung, die sich nur aufhalten lässt, wenn man sie früh genug erkennt und entsprechend behandelt. Ansonsten wird

sich die Atemnot der Patienten verschlimmern, bis diese ständig- d.h. auch in Ruhestellung - auftritt, was zu einer drastischen Einschränkung der Lebensqualität mit zunehmender Immobilität, Isolation, Depression und Pflegebedürftigkeit der Patienten führt. Zudem kann es immer häufiger zu schweren, lebensbedrohlichen Lungeninfekten kommen, die im

Krankenhaus behandelt werden müssen. Bereits jetzt ist die COPD weltweit die dritthäufigste Todesursache!"

 

Hälfte der bereits Erkrankten nicht erkannt und nicht behandelt

Da die Frühsymptome (Atemnot, Husten, Auswurf– abgekürzt: AHA) einer COPD recht unspezifisch sind, wird die so genannte AHA-Symptomatik der COPD hierzulande auch von den meisten Hausärzten oft nicht erkannt. „Etwa die Hälfte der an COPD Erkrankten in Deutschland wird nicht diagnostiziert und erhält dementsprechend auch nicht die erforderlichen Therapiemaßnahmen (Rauchstopp, Medikamente, Lungensport), die ein Fortschreiten der chronischen Lungenerkrankung verhindern könnten", erklärt Welte. „Dabei lässt sich eine COPD mit einer völlig schmerzfreien und leicht durchzuführenden Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) gut feststellen. Schnelltestverfahren, wie sie zur Erkennung vieler anderer

Krankheiten – wie z.B. Diabetes oder Bluthochdruck– längst existieren, haben wir aber leider noch keine zur Hand. Um die Entwicklung einer allgemein praktikableren Frühdiagnostik schneller voranzutreiben, benötigt die pneumologische Forschung mehr finanzielle Förderung. Bis dahin ist jedem Raucher, der länger als drei Wochen die typischen AHA -

Leitsymptome aufweist, dringend anzuraten, sich von einem Lungenfacharzt auf COPD untersuchen lassen, damit ihm frühzeitig und bestmöglich geholfen werden kann."

copyright by www.lungenaerzte-im-netz.de [14.04.2011]

 

 


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